AfD an und für sich

Die AfD ist eine Partei der Bildungsverlierer und müsste schon deshalb das bestehende Schulsystem in Frage stellen. So haben 70% der AfD-Wähler einen Hauptschul- oder Realschulabschluss, während in der Gesamtbevölkerung nur 61% über einen einfachen oder mittleren Bildungsabschluss verfügen. Demgegenüber haben 33% der Deutschen an einer Fachhochschule oder an einer Universität studiert, während sich dieser Anteil bei den Wählern der AfD lediglich auf 24% beläuft. Das sind keine dramatischen Zahlen. Aber sie belegen doch, dass die Anhänger der AfD weniger gebildet sind als der Durchschnitt der Bundesbürger. Umso weniger ist nachzuvollziehen, warum sich die rechtspopulistische Partei als der letzte Garant eines selektiven Schulwesens versteht und am Prinzip der Mehrgliedrigkeit überhaupt nichts ändern will. Sogar die bestehenden Förderschulen sollen nach dem Willen der AfD nicht angetastet werden. Dabei ist doch längst erwiesen, dass die Bildungsverlierer in unserer Gesellschaft die Opfer eines selektiven Schulwesen sind. Wieder einmal zeigt sich, dass den Rechtspopulisten die objektiven Nöte ihrer Wähler völlig gleichgültig sind. Obwohl ein überdurchschnittlicher Anteil von ihnen staatliche Transferleistungen bezieht, will die AfD die Staatsquote insgesamt senken. Und auch am Rentensystem will die AfD nichts ändern, obwohl viele ihrer Wähler darunter zu leiden haben. Die Programmatik der AfD hat offensichtlich kaum etwas mit der Wahrnehmung ihrer Wähler und Anhänger zu tun. Die Kluft zwischen der AfD an sich und der AfD für sich wird ständig größer. Deshalb sollte sich niemand zu fein sein, sich mit dem Programm der AfD zu befassen und dessen Ungereimtheiten aufzudecken. Hier können die Wähler nur durch Information und Aufklärung von einem Irrweg abgebracht werden.

Noch keine Kommentare
Kommentar verfassen
Jonas Lanig
Jonas Lanig

Tel.

+49 (0) 911 / 53 89 82

Mobil

+49 (0) 170 20 57 888

E-Mail

info@jonaslanig.de

Oskar-Maria-Graf-Straße 19

90425 Nürnberg