Wahlkampf in der Schule

So zäh sich dieser Wahlkampf bisher auch angelassen hat - den Plakaten, Werbespots und Postwurfsendungen, mit denen die Parteien für ihre Programme und ihre Kandidaten werben, kann sich wohl niemand entziehen. Und wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, bleibt davon erst recht nicht verschont. Eigentlich wäre die Schule der richtige Ort, um solche Eindrücke aufzuarbeiten und um sich eine eigene Meinung zur bevorstehenden Wahlentscheidung zu bilden. Die meisten Schulen versuchen aber, den Wahlkampf von ihren Schülern fernzuhalten und sich als exterritorialer Standort zu behaupten. Begründet wird diese Verweigerungshaltung mit der Verpflichtung zu parteipolitischer Neutralität. Richtig wäre aber das genaue Gegenteil: "Macht die Schultore auf und lasst den Wahlkampf rein!" - das müsste die Losung sein, die an allen Schulen gelten sollte. So sollten die Schüler Gelegenheit haben, sich über den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung ein Bild ihrer eigenen Parteipräferenzen zu machen. Sie sollten ausschwärmen, um diesen Wahlkampf an den Infoständen und auf öffentlichen Kundgebungen zu beobachten. Und am Abend des 24. September sollte sich die ganze Schulfamilie zu einer großen Wahlparty im Schülercafé versammeln. So könnte die Schule signalisieren, dass sie die jungen Leute als künftige Wähler ernst nimmt. Und so könnten sich diese mit dem Gedanken anfreunden, dass sie später einmal aus guten Gründen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Schließlich ist die Wahlbenachrichtigung genauso ein Dokument gesellschaftlicher Teilhabe wie der Führerschein.

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Jonas Lanig
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