Begehrte Beamte

Die Berufswünsche von Kindern haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Immer noch finden es die 6- bis 10-Jährigen attraktiv, als Astronaut die Welt zu umrunden oder sich als Tierärztin um geschundene Kreaturen zu kümmern. Eine besondere Dynamik zeichnet sich stattdessen bei den Studierenden ab: Wie die "Studentenstudie 2018" belegt, streben mehr als 40 Prozent der Studierenden eine Beamtenstelle an. Vor zwei Jahren konnten sich für eine Beschäftigung im Staatsdienst nur 32 Prozent der Befragten erwärmen. Diese Zahlen sind ein Alarmzeichen. Belegen Sie doch: Die unsicheren Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker haben zu einem Umdenken unter der studentischen Jugend geführt. Die Studierenden wissen nur allzu gut, dass sie außerhalb des Staatsdienstes allenfalls mit befristeten Arbeitsverhältnissen rechnen können und dass sie sich hier voraussichtlich von Praktikum zu Praktikum und von Projektvertrag zu Projektvertrag durchhangeln müssen. Das erscheint ihnen wenig attraktiv - vor allem, wenn der Start ins Berufsleben auch noch mit der Phase der Familiengründung zusammen fällt. Dass die künftigen Akademiker jetzt alle auf die verfügbaren Beamtenstellen drängen, ist keine Lösung. Stattdessen muss das Arbeitsrecht so geändert werden, dass man auch außerhalb des Staatsdienstes Aussicht auf einen sicheren Job und damit auf eine berechenbare Zukunft hat. Hier ist die Politik gefordert, die in diesem Zusammenhang offensichtlich keinen Plan hat. Ziel kann es nicht sein, jeden Hochschulabgänger mit einer Beamtenstelle zu versorgen - sondern die Arbeitsverhältnisse auf dem freien Markt sicherer, verlässlicher und berechenbarer zu gestalten. Das kann doch nicht so schwer sein......     

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Jonas Lanig
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