Kreuze machen denkfaul.

Viele Schulen in Bayern haben sich inzwischen dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus" angeschlossen. Darauf deutet jeweils ein Schild neben der Schultüre hin. Die beteiligten Schulen gehen damit eine Selbstverpflichtung ein: Sie bieten den Schülern Gelegenheit, sich regelmäßig und nachhaltig in Projekten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichekt zu engagieren. So ist gewährleistet, dass sich das Unternehmen "Schule ohne Rassismus" nicht in einem vordergründigen Aktionismus totläuft. - Seit dem 1. Juni müssen in Bayerns Schulen Kreuze aufgehängt werden - zumindest im Eingangsbereich der Schulen. Diese Kreuze im Eingangsbereich sollen daran erinnern, dass sich die Schule der christlich-abendländischen Leitkultur verpflichtet weiß - wenn auch nur auf Druck von ganz oben. Das Aufhängen der Kreuze ist eine reine Symbolhandlung, mit der keinerlei Selbstverpflichtung verbunden ist. Das Kreuz im Foyer oder in der Pausenhalle verpflichtet zu nichts. Die Schulen müssen sich keine Gedanken machen, wie hier ein humanes Miteinander gelebt oder wie hier Toleranz gegenüber anderen praktiziert werden kann. Zwei, drei Schläge mit dem Hammer des Hausmeisters - und die Schulen in Bayern haben ihre Pflicht und Schuldigkeit getan. Damit aber macht die durch eine Direktive des Kabinetts verordnete Praxis denkfaul. Die Schüler werden daran gewöhnt, dass solche Symbole ohne jede Konsequenz für das eigene Handeln bleiben. Damit werden die Kreuze zu inhaltsleeren Dekorationsartikeln entwertet. Das bayerische Beispiel zeigt, dass sich eine Leitkultur lässt womöglich leben - aber nicht einfach nur verordnen lässt.  

Noch keine Kommentare
Kommentar verfassen
Jonas Lanig
Jonas Lanig

Tel.

+49 (0) 911 / 53 89 82

Mobil

+49 (0) 170 20 57 888

E-Mail

info@jonaslanig.de

Oskar-Maria-Graf-Straße 19

90425 Nürnberg