Ruhe ist die erste Schülerpflicht

Dass die Klassen immer heterogener zusammen gesetzt sind - das kann auch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz nicht verleugnen. Überraschend nur, welches methodische Design Susanne Eisenmann vorschlägt, um dieser wachsenden Heterogenität gerecht zu werden. So verkündet sie in einem Interview mit dem SPIEGEL: "Insbesondere heterogene Gruppen benötigen konzentrierten Unterricht." Zu Recht vermuten die Interviewer hinter dieser wolkigen Aussage den Wunsch nach einer Rückkehr zum Frontalunterricht. Dem widerspricht die KMK-Präsidentin auch gar nicht. Frau Eisenmann wird deshalb konkreter und verlangt "mehr Unterricht, der zur Ruhe beiträgt und Wissen vermittelt." Denn "je größer die Leistungsunterschiede in einer Gruppe, desto wichtiger diese Form des Unterrichts." Es lässt sich leicht ausmalen, warum der von ihr eingeforderte Frontalunterricht zu mehr Ruhe beiträgt: Die einen melden sich aus dem Unterricht ab, weil sie dem Lehrervortrag nicht mehr folgen können. Und die anderen verfallen in einen Halbschlaf, weil ihnen der Frontalunterricht nichts Neues mehr zu bieten vermag. Beide Gruppen landen schließlich in der gefürchteten "Durchschnittsfalle", in der sich die einen permanent unter- und die anderen ebenso nachhaltig überfordert fühlen. Es bleibt das Geheimnis der furchtlosen Schwäbin, wie sich die Herausforderung der Diversität mit staatlich verordneter Gleichmacherei meistern lässt. Mag sein, dass sich die Schüler durch eine solche Rückkehr zum Frontalunterricht ruhig stellen lassen - das Lernen bleibt dadurch auf der Strecke. Und genau darum sollte es einer Bildungspolitikerin eigentlich gehen.     

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Jonas Lanig
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