"Erziehen kann doch jeder."

Die jüngste Studie aus dem Hause Bertelsmann bringt es an den Tag: Um die professionelle Qualität in den Bayerischen Kitas ist es denkbar schlecht bestellt. Hier verfügen lediglich 49 % der pädagogischen Fachkräfte über einen Fachschulabschluss. Nur jede zweite Mitarbeiterin ist ihrem Status nach auch wirklich Erzieherin. Demgegenüber sind 37% der Beschäftigten ausgebildete Kinderpflegerinnen, die lediglich eine Berufsfachschule besucht haben. Damit liegt Bayern hinsichtlich der pädagogischen Qualifizierung der Kita-Beschäftigten im Ländervergleich auf dem letzten Platz. Diese offensichtlich gewollte Dequalifizierung des Personals spart dem Freistaat Bayern viel Geld. Gleichzeitig leidet darunter die fachliche Qualität der in den Krippen und Kindergärten geleisteten Arbeit. Offenkundig denkt man sich im zuständigen Sozialministerium: "Erziehen kann schließlich jeder." Diese vermeintlich bauernschlaue Haltung ist angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Kindertageseinrichtungen schon lange nicht mehr zu halten. Krippe und Kindergarten sind eben keine Bewahranstalten, sondern pädagogische Einrichtungen mit einem anspruchsvollen fachlichen Profil. Deren Qualität hängt in hohem Maße von der Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Wer sich hier mit billigen Lösungen zufrieden gibt, nimmt gleichzeitig billigend in Kauf, dass die Kitas nur unzureichend arbeiten. Darunter haben vor allem die Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien zu leiden. Sie können den Anschluss nur halten, wenn sie es mit optimal ausgebildeten Fachkräften zu tun haben. Davon aber ist man in Bayern noch weit entfernt.  

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Jonas Lanig
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