Grenzwertige Werte

Durch seinen gemeinsamen Auftritt mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan hat sich Ilkay Gündogan demonstrativ zu diesem autokratisch regierenden Politiker bekannt und ihn bei seinem endgültigen Griff nach der totalen Macht unterstützt. Dass sich Gündogan für einen solchen Propagandacoup hat missbrauchen lassen, wirft ein vielsagendes Licht auf den Zustand der Werteerziehung an Bayerns Schulen. Schließlich hat der Nationalspieler das bayerische Schulwesen von der 1. bis zur 12. Klasse durchlaufen - ohne hier ein besonderes Verständnis für demokratische Werte zu entwickeln. Anders ist seine Parteinahme für den Despoten vom Bosporus nicht zu erklären. Bezeichnenderweise sollen Flüchtlingskinder in Bayern künftig zu einem besonderen Werteunterricht zwangsverpflichtet werden. Sie sollen hier lernen, was demokratische Werte bedeuten und warum sie verteidigt werden sollten. Vielleicht wäre es besser, solche Lektionen auch unseren Nationalspielern zukommen zu lassen. Schließlich gelten sie als Vorbilder, deren Werteverständnis von vielen jungen Menschen geteilt wird. Mit seinem Kotau vor dem türkischen Autokraten aber hat Gündogan jeden Anspruch verwirkt, in der Nationalmannschaft eines demokratischen Landes spielen zu dürfen. 

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Jonas Lanig
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