Digitale Panik

Wieder einmal hat die Bertelsmann-Stiftung zugeschlagen. Und wieder einmal legt sie eine Studie vor, in der es um den Umgang deutscher Schulen mit den digitalen Medien geht. Für die Bertelsmänner sind die Ergebnisse ihrer Umfrage alarmierend. Und erfahrungsgemäß lassen sich die Verantwortlichen mit dieser bildungspolitischen Panikmache tatsächlich beeindrucken. Die Studie aus dem Hause Bertelsmann zeichnet das Bild einer Schule, die den Anschluss an die digitalen Lernwelten verschlafen hat und damit die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel setzt. So setzen gerade einmal 10% der befragten Lehrkräfte im Unterricht digitale Medien ein. Nur 23% sind davon überzeugt, dass sich damit tatsächlich Lernfortschritte erzielen lassen. Und 74% der Befragten klagen über die unzuverlässige Medientechnik an ihren Schulen. Dass das Haus Bertelsmann den deutschen Pädagogen hier den Spiegel vorhält, hat seinen guten Grund: Die Satzung des Bertelsmann-Stiftung verlangt, dass deren Aktivitäten den Geschäften des gleichnamigen Medienhauses förderlich sind. Hier setzt man offensichtlich darauf, dass mit der Digitalisierung unserer Klassenzimmer auch der Bedarf an entsprechenen Medien wächst und dass sich daraus für das Haus Bertelsmann ein profitables Gechäftsmodell entwickeln lässt. Deshalb wird die Berteslmann-Stiftung nicht müde, eine digitalen Durchtaktung des Unterrichts einzufordern und die Öffentlichkeit deswegen in Panik zu versetzen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass es ihr dabei weniger um die Zukunft unserer Kinder als um die Zukunft des eigenen Unternehmens geht. 

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Jonas Lanig
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